Rainer Voss „MARKT UND MACHT – WAS TREIBT DEN MENSCHEN DAHINTER ? „


Dieser inhaltsreiche Vortrag vom 20.10.2017 läßt sich am besten über die empfohlenen Filme wiedergeben. Und ganz unten finden Sie eine Charakteristik zu „Kühen und Kapitalismus“ von Rainer Voss.

http://www.fr.de/kultur/kino/fr-filmkritik-the-big-short-zu-den-betruegern-gehoeren-die-die-sich-betruegen-lassen-a-387322 … der Film lohnt wirklich.

In dem preisgekrönten Dokumentarfilm „Master of the Universe“  (Regisseur: Marc Bauder) von 2013 erläutert Rainer Voss im Alleingang über die gesamte Länge des Filmes seine Innensicht über die Finanzmärkte.

Rainer Voss
KÜHE UND KAPITALISMUS
Geld ist der Schmierstoff unseres kapitalistischen Systems, aber auf der Welt existieren verschiedene Konzepte von „Kapitalismus“ und ich möchte versuchen, Ihnen diese Unterschiede am Beispiel zweier Kühe verdeutlichen:

Traditioneller Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du verkaufst eine und kaufst dafür einen Bullen. Deine Herde vervielfacht sich und die Wirtschaft wächst. Du verkaufst alle und gehst von dem Einkommen in Rente.

Amerikanischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du verkaufst drei von ihnen an deine öffentlich-gelistete Firma durch die Verwendung eines Kredits von der Bank deines Schwagers. Dann exekutierst du einen Schulden/Eigenkapital-Tausch mit einem dazugehörigen Allgemeinangebot, damit du alle vier Kühe wiederbekommst – mit einer Steuerbefreiung für fünf Kühe. Die Milchrechte der sechs Kühe werden via Zwischenhändler an ein Unternehmen auf den Kaimaninseln transferiert, welches insgeheim im Besitz des Hauptaktionärs ist. Dieser verkauft die Rechte der sieben Kühe wieder an deine Firma. Der Jahresbericht besagt, dass die Firma über insgesamt acht Kühe verfügt, mit einer Option auf einer weiteren. Du verkaufst eine Kuh, um den neuen Präsidenten der vereinigten Staaten zu kaufen und endest mit neun Kühen. Deine Bilanz wird nie veröffentlich. Die Öffentlichkeit nimmt dir deinen Unsinn ab.

Australischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du verkaufst eine und zwingst die andere Milch für vier Kühe zu geben. Du bist überrascht, als die Kuh tot umfällt.

Französischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du streikst, weil du drei Kühe haben willst.

Japanischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du gen-manipulierst sie, damit sie nur noch ein Zehntel der Größe einer normalen Kuh haben, aber 20mal mehr Milch produzieren. Dann erfindest du intelligente Kuh-Zeichentrickfiguren, die du Kuhkimon nennst und weltweit vermarktest.

Deutscher Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du gen-manipulierst sie, damit sie 100 Jahre alt werden, nur 1mal im Monat essen und sich selbst melken.

Britischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Beide sind verrückt.

Kanadischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Wenn man drüber nachdenkt, sehen beide eigentlich eher wie Elche aus – und eigentlich sind sie das auch. Eine spricht Französisch, die andere Englisch. Eine kämpft darum ein eigenständiges Land zu gründen, die andere lässt sie nicht. Beide spielen Eishockey eher weniger gut.

Italienischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe, aber weißt nicht wo. Mittagspause !

Russischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du zählst sie und findest heraus, dass du fünf Kühe hast. Du zählst nochmal und hast eigentlich 42 Kühe. Dann zählst du sie wieder und hast 12 Kühe. Du hörst auf Kühe zu zählen und machst eine neue Flasche Wodka auf.

Schweizerischer Kapitalismus:

Du hast 5000 Kühe – keine davon gehört dir. Du erhebst aber eine absurd hohe Verwahrgebühr.

Chinesischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du lässt sie von 300 Leuten melken. Du berichtest über Vollbeschäftigung, hoher Produktivität und verhaftest den Journalisten, der die Anzahl der Kühe veröffentlicht hat, ohne Verhandlung vor Gericht.

Neuseeländischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Die Linke ist irgendwie süß.

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