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Nachbarschaftskaffeetrinken sehr inspirierend

Wir haben neue Teilnehmerinnen in der Kulturschmiede begrüßen dürfen und sind dem Vorschlag gefolgt, dass dieser Ort wie geschaffen ist für eine weisse Kletterrose. Die Fachfrau Christel wird sich kümmern.
Einige RentnerInnen wollten eine kleine Brauerei nur für Cronenberg aufmachen. Aber das Bier müßte erstklassig und lecker sein – nicht wie das Jever-Bier. Wir fragen Tassilo, er kennt sich da aus.
Man müßte doch mal etwas tun, was man noch nie gemacht hat….

Es ist so wertvoll, dass wir immer mehr voneinander wissen und uns als Nachbarn im Blick haben:  Die Geburtstage, die OPs, die Rehas, die Familienfeste, die Pläne, die gelungenen Wohnungsumbauten für Barierefreiheit, viel schöner als vorher ohne Einschränkung beim Treppensteigen. Wenn die älteren den jüngeren aus ihrem Leben erzählen, das müßte niedergeschrieben werden solange es die Zeitzeugen gibt.
Und der Blick auf die vielen leckeren Kuchen war ein Vergnügen für Körper und Seele. Wir wollen Rezepte tauschen. Allein dafür könnten wir ein Kulturschmiede-Backbuch ablegen.

Achim und Johannes Stein bei Flüchtlings-Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer

30. November 2017 um 19:3021:00 in der Kulturschmiede

Flüchtlinge ertrinken im Mittelmeer
Immer noch versuchen tausende von Menschen in seeuntüchtigen Booten von der libyschen Küste aus nach Europa zu kommen. Durch die aktuelle politische Zusammenarbeit der EU mit Libyen werden Rettungsaktionen im Mittelmeer blockiert und NGO’s dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit Schleppern ausgesetzt.
Der Wuppertaler Arzt Dr. Achim Stein will da nicht zusehen. Er war schon zum zweiten mal an Rettungseinsätzen mit dem ehemaligen Fischkutter „Sea-Eye“ 12-24 Seemeilen vor der libyschen Küste beteiligt, um Menschen vor dem Ertrinken zu retten (Die Cronenberger Woche berichtete darüber).
Am 30 November um 19:30 Uhr spricht er in der Kulturschmiede mit eigenem Bildmaterial von seinem Einsatz im Juni/Juli 2017, über seine Einschätzung der Lage im Mittelmeer und über neueste Beschlüsse zum weiteren Fortgang der Rettungsaktionen.

Wuppertaler Rundschau vom 24.02.2018

Nachbarschaftskaffeetrinken


Immer wieder neue Gesichter. Wir sitzen zusammen und lernen uns kennen – das wäre auf der Straße nicht passiert. Allmählich können wir Gesprächspartner erfahren wie wir beitragen oder unterstützen können, mit welchen Rezepten z.Bsp. die unterschiedlichen Kuchen gebacken wurden und was dem Einzelnen wichtig ist und wofür er sich einsetzt, was uns in Cronenberg gut gefällt und wo wir es gern anders hätten und was ein jeder dafür tun könnte. Wir lernen, dass es gut ist, in Cronenberg einzukaufen um den Ort regional stark zu machen……. und vieles mehr: einstimmig gilt: das Nachbarschaftstreffen ist eine richtig gute Einrichtung in der Kulturschmiede.

Bazon Brock „Vom Bewohner zum Bürger – Gemeinschaftsbildung“.

Bazon Brock sprach am 08.Januar 2018 vor einer dicht gedrängten Zuhörerschaft in der Kulturschmiede zum Thema

„Vom Bewohner zum Bürger  –  Gemeinschaftsbildung“.

Völlig frei und überaus kompliziert vorzutragen und trotzdem seine Zuhörer 1,5 Stunden in den Bann zu ziehen ist allein schon eine Meisterleistung. Nur durch Zuhören alles verstehen wollen, was Bazon Brock ausführt, erscheint unmöglich. Bazon Brock muss man lesen oder seinen Vortrag noch einmal Satz für Satz rekapitulieren, um den intellektuellen Provokateur, so seine Selbsteinschätzung, in all seinen Facetten nachvollziehen zu können.  Hängen geblieben ist bei vielen sicherlich die fulminante Schlusssequenz seiner Ausführungen: Nirgendwo gäbe es bisher den Kapitalismus wie ihn Bazon Brock für wünschenswert hält. In der heutigen kapitalistischen Realität gehe es um Vernichtung des Konkurrenten und um den Kampf um Subventionen. Wirklich freier  Kapitalismus  sei notwendig, also so etwas wie vollständiger Wettbewerb, der Andersartigkeit, Vielfalt und Kreativität freisetzt. Das provoziert durch seine Affinität zum Neoliberalismus und regt gleichzeitig zur Nachdenklichkeit und Kritik der bestehenden Verhältnisse an.
(Peter Hennicke)
 

„Zukunft der Mobilität“ mit Prof. Uwe Schneidewind und Jörg Heynkes

Die überwältigende Resonanz zeigt, dass das Thema "Mobilität der Zukunft" viele Menschen beschäftigt. Trotz störenden Regens strömten rund 60 Interessierte in die Kulturschmiede An der Hütte 3. Die anregenden Diskussionen mit den Experten Jörg Heynkes und Prof. Uwe Schneidewind  zeigten, dass Veränderungen der Mobilität erhebliche Auswirkungen auf unseren Alltag und die Urbanität der Stadt sowie der lebendigen Stadtteile haben wird. Dabei wurden verschiedene Szenarien hinsichtlich ihrer Chancen für ein besseres Leben aber auch Gefahren neuer Abhängigkeiten im Zuge zukünftiger Mobilitätsangebote deutlich. Im Nachgang fanden zahlreiche Gespräche mit begeisterten Zuhörern statt, die für uns Ermunterung sind, eine solche Veranstaltung bald zu wiederholen.

Künstliche Intelligenz KI mit Fridhelm Büchele, Pepper, dem Roboter und Rainer Becker, Fritz Figge und Peter Hennicke

Nach kurzen Impulsvorträgen der o.g. Referenten und auch dem Roboter Pepper, kam es zu einem intensiven Austausch zum Thema KI, zwischen Robotern, die Menschen personal ersetzen und die gezielten Bereiche der Datenauswertungen, Überprüfungen und Entscheidungen, die optimiert werden sollen.

Yvonne Hofstädter rüttelt auf mit ihrem Buch:
Sie wissen alles: Wie intelligente Maschinen in unser Leben eindringen und warum wir für unsere Freiheit kämpfen müssen.
„Die Snowden-Enthüllungen schreckten weltweit auf. Big Data heißt das neue Geschäftsmodell der Überwachung – haben wir die Kontrolle über unsere Daten längst verloren? Yvonne Hofstetter, Expertin für künstliche Intelligenz, klärt auf: Die unvorstellbaren Datenmassen, die sekündlich abgeschöpft werden und durchs weltweite Netz fluten, sind allein noch kein Risiko. Denn die Gefahr für die freiheitliche Gesellschaft geht von intelligenten Algorithmen aus. Sie analysieren, prognostizieren und berechnen uns neu, um uns zu kontrollieren – autonom, schnell, überall und immer. Sie verbreiten sich als selbstlernende Haustechnik, vernetzte Autos oder elektronische Armbänder. Hofstetter fordert dazu auf, das einzige Supergrundrecht unserer Gesellschaftsordnung, die Menschenwürde, gegen die digitale Revolution zu verteidigen. Sie plädiert für eine neue Gesetzgebung, eine Ethik der Algorithmen und eine gesellschaftliche Debatte darüber, was der Mensch in Zukunft sein will.“
Der Roboter Pepper vom Arrenberg
Fridhelm Büchele hat Yvonne Hofstetter interviewt und einen Film dazu gedreht. Wir werden den Film sehen und mit weiteren Abenden in der Kulturschmiede dieses Thema vertiefen..

Picasso hat mal gesagt:
Der neue Mensch muss sich im Ungeborgenen geborgen wissen.

Rainer Voss „MARKT UND MACHT – WAS TREIBT DEN MENSCHEN DAHINTER ? „


Dieser inhaltsreiche Vortrag vom 20.10.2017 läßt sich am besten über die empfohlenen Filme wiedergeben. Und ganz unten finden Sie eine Charakteristik zu „Kühen und Kapitalismus“ von Rainer Voss.

http://www.fr.de/kultur/kino/fr-filmkritik-the-big-short-zu-den-betruegern-gehoeren-die-die-sich-betruegen-lassen-a-387322 … der Film lohnt wirklich.

In dem preisgekrönten Dokumentarfilm „Master of the Universe“  (Regisseur: Marc Bauder) von 2013 erläutert Rainer Voss im Alleingang über die gesamte Länge des Filmes seine Innensicht über die Finanzmärkte.

Rainer Voss
KÜHE UND KAPITALISMUS
Geld ist der Schmierstoff unseres kapitalistischen Systems, aber auf der Welt existieren verschiedene Konzepte von „Kapitalismus“ und ich möchte versuchen, Ihnen diese Unterschiede am Beispiel zweier Kühe verdeutlichen:

Traditioneller Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du verkaufst eine und kaufst dafür einen Bullen. Deine Herde vervielfacht sich und die Wirtschaft wächst. Du verkaufst alle und gehst von dem Einkommen in Rente.

Amerikanischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du verkaufst drei von ihnen an deine öffentlich-gelistete Firma durch die Verwendung eines Kredits von der Bank deines Schwagers. Dann exekutierst du einen Schulden/Eigenkapital-Tausch mit einem dazugehörigen Allgemeinangebot, damit du alle vier Kühe wiederbekommst – mit einer Steuerbefreiung für fünf Kühe. Die Milchrechte der sechs Kühe werden via Zwischenhändler an ein Unternehmen auf den Kaimaninseln transferiert, welches insgeheim im Besitz des Hauptaktionärs ist. Dieser verkauft die Rechte der sieben Kühe wieder an deine Firma. Der Jahresbericht besagt, dass die Firma über insgesamt acht Kühe verfügt, mit einer Option auf einer weiteren. Du verkaufst eine Kuh, um den neuen Präsidenten der vereinigten Staaten zu kaufen und endest mit neun Kühen. Deine Bilanz wird nie veröffentlich. Die Öffentlichkeit nimmt dir deinen Unsinn ab.

Australischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du verkaufst eine und zwingst die andere Milch für vier Kühe zu geben. Du bist überrascht, als die Kuh tot umfällt.

Französischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du streikst, weil du drei Kühe haben willst.

Japanischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du gen-manipulierst sie, damit sie nur noch ein Zehntel der Größe einer normalen Kuh haben, aber 20mal mehr Milch produzieren. Dann erfindest du intelligente Kuh-Zeichentrickfiguren, die du Kuhkimon nennst und weltweit vermarktest.

Deutscher Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du gen-manipulierst sie, damit sie 100 Jahre alt werden, nur 1mal im Monat essen und sich selbst melken.

Britischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Beide sind verrückt.

Kanadischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Wenn man drüber nachdenkt, sehen beide eigentlich eher wie Elche aus – und eigentlich sind sie das auch. Eine spricht Französisch, die andere Englisch. Eine kämpft darum ein eigenständiges Land zu gründen, die andere lässt sie nicht. Beide spielen Eishockey eher weniger gut.

Italienischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe, aber weißt nicht wo. Mittagspause !

Russischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du zählst sie und findest heraus, dass du fünf Kühe hast. Du zählst nochmal und hast eigentlich 42 Kühe. Dann zählst du sie wieder und hast 12 Kühe. Du hörst auf Kühe zu zählen und machst eine neue Flasche Wodka auf.

Schweizerischer Kapitalismus:

Du hast 5000 Kühe – keine davon gehört dir. Du erhebst aber eine absurd hohe Verwahrgebühr.

Chinesischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Du lässt sie von 300 Leuten melken. Du berichtest über Vollbeschäftigung, hoher Produktivität und verhaftest den Journalisten, der die Anzahl der Kühe veröffentlicht hat, ohne Verhandlung vor Gericht.

Neuseeländischer Kapitalismus:

Du hast zwei Kühe. Die Linke ist irgendwie süß.

Jörg Degenkolb-Degerli in der Kulturschmiede


Nach diesem Abend fragten uns die Nachbarn : Was war denn in der Kulturshmiede los, ihr habt ja soo gelacht. Haben wir etwas verpasst? Das läßt sich mit JA beantworten.
Jörg war mit seinen Texten so dicht in Lebens-Details, zum Teil auch sehr ernst und hat zum Nachdenken angeregt. Ein besonderer Abend mit Dank an Jörg und auch an Herrn Abé, dass er dieses Erlebnis möglich gemacht hat.