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Filmcafé: Charlie Chaplin, Limelight (Rampenlicht)
24. Februar 2025 um 19:00

„Die Schönheit in der Traurigkeit“
The limelight must vacate age as youth emerges.
Dies ist ein Film über den Ruhm und sein Entschwinden. Über die, die im Kegel der Scheinwerfer stehen, bis sie von anderen abgelöst werden. Über Menschen, deren Leben die Unterhaltung ist.
Liebe Freundinnen und Freunde des Guten Films!
Der älter gewordene Charlie Chaplin zeigte seinen letzten großen amerikanischen Film zuerst in London. Er war eins der prominentesten Opfer der Kommunistenverfolgung durch den republikanischen Senator Mc Carthy. An der Uraufführung nahmen 20000 Menschen teil, die den ins Exil Getriebenen begrüßten.
Am Drehbuch dieses sehr autobiografischen Spielfilms schrieb Chaplin zwei Jahre, für die von ihm komponierte Filmmusik erhielt er den Oskar.
Es ist die Geschichte des alternden Clowns Calvero. In London, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, rettet dieser Filmheld eine Tänzerin vor dem Selbstmord. Der Clown nimmt die junge Frau in seiner Wohnung auf. Er umsorgt sie – und versucht, ihr mit energischen kleinen Ansprachen neuen Lebensmut zu geben:
„Um das Leben selbst zu leben, sich zu freuen, zu leiden. Um was sonst wollen Sie kämpfen? Das Leben ist berauschend, es ist wunderbar. Selbst für eine Qualle!“
Calvero war einst ein Star, bis er den Kontakt zu seinem Publikum verlor und anfing zu trinken. In Chaplins Film werden sich die Rollen umkehren. Nach ihrer Genesung ist es die Tänzerin Thereza, die dem Clown Mut macht.
Die Schauspielerin Claire Bloom verleiht der Ballerina eine Mischung aus Empfindsamkeit und tiefem Ernst. Chaplin wiederum spielt Calvero als gutherzigen Künstler voller Melancholie. In den Gesprächen von Clown und Tänzerin, die vertrauter werden, geht es um die Faszination der Bühne, um das Geheimnis des Showbiz.
„Ein trauriger Beruf, komisch sein zu müssen.“
„Ja , besonders, wenn kein Mensch lacht. Aber wenn sie lachen, ist es berauschend, hinunterzuschauen. Darauf zu warten, wie die Pointe ankommt und das Gelächter aufbraust.
„Ja , besonders, wenn kein Mensch lacht. Aber wenn sie lachen, ist es berauschend, hinunterzuschauen. Darauf zu warten, wie die Pointe ankommt und das Gelächter aufbraust.

„Rampenlicht” ist Charlie Chaplins biografischster Film. Ein Abgesang auf die Entertainment-Welt seiner Londoner Kindheit. Auf die Music Halls und Varietés, in denen seine Eltern auftraten und durch die er selbst als Kinderdarsteller tingelte. Der kleine Chaplin erlebte einen Alltag zwischen Auftritten und Armut, die Trunksucht des Vaters, die Verzweiflung der psychisch kranken Mutter. Die Schauspielerin Claire Bloom erinnert sich 60 Jahre später an die Dreharbeiten:
„In der Rolle der Theresa verschmolzen letztlich Chaplins Mutter und seine Frau Oona. Das betraf auch die Kostüme. Chaplin sagte: ‚Meine Mutter hat so einen Schal getragen‘. Oder: ‚Sie hatte so eine Jacke‘. Das war sehr berührend. Diese Heldin ist zu Beginn des Films tief verletzt, und er bringt sie zurück ins Leben. Und das ist es, was Chaplin gerne für seine Mutter getan hätte.“
„Rampenlicht“ ist in einem silbrigen Schwarzweiß gedreht, im Rhythmus der großen Chaplin-Filme der Zwanzigerjahre. Er arbeitet zum einen mit stummfilmhafter Expressivität, zum anderen mit einer modernen beweglichen Kamera. Chaplin selbst komponierte das musikalische Leitmotiv, zu dem die Primaballerina zum Ruhm tanzen wird.
Eine junge Tänzerin blüht auf, während ein einst berühmter Clown dahinwelkt. Bei der Pariser Premiere des Films hielt Charlie Chaplin eine Rede über die leisen, traurigen Töne von „Rampenlicht“:
„Ich habe nur eine Mission: Die Menschen zu unterhalten. Wenn man mich fragt:‘ Warum wollen Sie uns zum Weinen bringen, warum machen Sie uns traurig?‘ Dann antworte ich: ‚Weil in der Traurigkeit Schönheit liegt. Und weil das oberste Ziel meines Kinos darin besteht, der Schönheit zu dienen.‘“