{"id":1326,"date":"2018-12-21T11:20:34","date_gmt":"2018-12-21T10:20:34","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturschmiede-ev.de\/?post_type=tribe_events&#038;p=1326"},"modified":"2018-12-21T11:22:13","modified_gmt":"2018-12-21T10:22:13","slug":"literaturcafe-franz-werfel","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/event\/literaturcafe-franz-werfel\/","title":{"rendered":"Literaturcaf\u00e9 &#8222;Franz Werfel&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>8.Januar 2019 um 19:00h in der Kulturschmiede An der H\u00fctte 3 in Wuppertal-Cronenberg<\/strong><\/p>\n<p>werden wir, so steht zu vermuten, \u00e4hnlich innige Gef\u00fchle gegen\u00fcber dem Dichter Franz Werfel entwickeln, wie das schon vor mehr als hundert Jahren unsere Else Lasker-Sch\u00fcler in ihrem Gedicht getan hat:<br \/>\n<strong>\u201eFranz Werfel\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Ein entz\u00fcckender Schuljunge ist er.<br \/>\nLauter Lehrer spuken in seinem Lockenkopf.<\/p>\n<p>Sein Name ist so mutwillig:<br \/>\nFranz Werfel.<\/p>\n<p>Immer schreib ich ihm Briefe,<br \/>\nDie er mit Klecksen beantwortet.<\/p>\n<p>Aber wir lieben ihn alle<br \/>\nSeines zarten, z\u00e4rtlichen Herzens wegen.<\/p>\n<p>Sein Herz hat Echo,<br \/>\nPocht verwundert.<\/p>\n<p>Und fromm werden seine Lippen<br \/>\nIm Gedicht.<\/p>\n<p>Manches tr\u00e4gt einen staubigen Turban.<br \/>\nEr ist der Enkel seiner eigenen Verse.<\/p>\n<p>Doch auf seiner Lippe<br \/>\nIst eine Nachtigall gemalt.<\/p>\n<p>Mein Garten singt,<br \/>\nWenn er ihn verl\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Freude streut seine Stimme<br \/>\n\u00dcber den Weg.<\/p>\n<p>Else Lasker Sch\u00fcler<\/p>\n<p>Franz Werfel wurde am 10. September 1890 in Prag geboren. Seine Eltern waren Juden. Seine tschechische Kinderfrau, der Besuch der privaten katholischen Volksschule und das katholische Prag \u00a0pr\u00e4gten seine Kindheit und Schulzeit, die er 1909 mit dem Abitur abschloss.\u00a0\u00a0Von 1912 bis 1915 war er Lektor beim Kurt-Wolff-Verlag in Leipzig. Hier war er auch mitverantwortlich f\u00fcr die Schriftenreihe\u00a0Der j\u00fcngste Tag\u00a0und begegnete hier auch Rainer Maria Rilke. Nach dem Kriegsdienst\u00a0lebte er in Wien und schlo\u00df Freundschaft mit Alma Mahler-Gropius, der Witwe Gustav Mahlers und Ehefrau des Architekten Walter Gropius. Er zog sich weitestgehend aus der \u00d6ffentlichkeit zur\u00fcck und ging oft auf Reisen. In dieser Zeit schrieb er auch seinen Roman\u00a0Die vierzig Tage des Musa Dagh. 1818 brachte Alma Mahler seinen Sohne Martin Carl Johannes zur Welt.\u00a0Im Winter 1937\/38 hielt er sich mit Alma im Ausland auf und kehrte nach dem \u201eAnschluss\u201c \u00d6sterreichs nicht mehr zur\u00fcck nach Wien. 1940 fanden die Werfels Zuflucht in Lourdes, und zusammen mit Alma, Heinrich, Nelly und Golo Mann floh herzu Fuss \u00fcber die Pyren\u00e4en nach Spanien. Von dort gelangten sie nach Portugal und emigrierten in die USA nach Beverly Hills und Santa Fe. 1941 erhielt Werfel die amerikanische Staatsb\u00fcrgerschaft und ver\u00f6ffentlichte im selben Jahr seinen Roman Das Lied von Bernadette, der 1943 verfilmt wurde. Franz Werfel starb\u00a0am 26. August 1945 in Beverly Hills an einem Herzinfarkt. Er wurde zun\u00e4chst in Beverly Hills begraben und hat seit 1975 ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof in Wien.<\/p>\n<p>Wir werden gleich zwei l\u00e4ngere Erz\u00e4hlungen Franz\u00a0Werfel besprechen &#8211; ihr m\u00f6gt euch nach\u00a0Gusto entscheiden, welches Buch ihr (intensiver) zur Vorbereitung unseres Treffens lesen wollt. Oder vielleicht lest ihr auch beide!<\/p>\n<p>Die erste Erz\u00e4hlung:<\/p>\n<p>Hamburger Lesehefte, 2,20 \u20ac<\/p>\n<p>Der Titel des 1928 erschienenen Schl\u00fcsselromans f\u00fchrt in die Irre: Das 25-j\u00e4hrige Jubil\u00e4um des Jahrgangs 1902 ist nicht Hauptthema, sondern lediglich Anlass zur Auseinandersetzung des Protagonisten Sebastian mit den Ausschweifungen seiner Schulzeit, zu denen das Schw\u00e4nzen des Unterrichts, der Besuch von Nachtlokalen, \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Alkoholgenuss und spiritistische S\u00e9ancen z\u00e4hlten. Parallel dazu verh\u00f6rt Sebastian als Untersuchungsrichter im Mordfall an einer Prostituierten einen Angeklagten, den er als seinen ehemaligen Mitsch\u00fcler Franz Adler zu erkennen glaubt. Selbstanklagende Aufzeichnungen des Richters f\u00fchren zur\u00fcck in dessen Jugendzeit, als sein Aufstieg im Klassenverband und Freundeskreis den Abstieg Adlers ausl\u00f6ste, den er systematisch qu\u00e4lte und dem\u00fctigte. Die Thematik der Jugendschuld ist dabei eng verbunden mit der Frage, ob ein Mensch einen anderen vernichten kann oder ob<br \/>\nder Schuldige nicht sein Opfer, sondern vielmehr sich selbst zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die zweite Erz\u00e4hlung:<br \/>\nReclam, 4,20\u20ac<\/p>\n<p>Ein Tag im Herbst 1936: Der Aufsteiger Leonidas, Sektionschef in einem Wiener Ministerium, erh\u00e4lt einen Brief seiner einstigen j\u00fcdischen Geliebten, der seine soziale Existenz gef\u00e4hrdet. Werfel zeichnet in seinem \u00bbkurzen Roman\u00ab ein spannend erz\u00e4hltes Portr\u00e4t einer von Norm- und Subjektkrisen gezeichneten Epoche, einer Zeit, die so unberechenbar erschien, dass das Ich nicht einmal seiner selbst sicher sein konnte.<br \/>\nDie Erz\u00e4hlung entstand in Frankreich auf Werfels Flucht vor den Nationalsozialisten und wurde schlie\u00dflich in einem argentinischen Verlag publiziert. Der hier pr\u00e4sentierte Text folgt dem Erstdruck von 1941.<\/p>\n<p>Unser n\u00e4chster Termin ist Dienstag, der 5. Februar, wieder um 19:00h in der Kulturschmiede. Bitte schickt mir eure Lekt\u00fcre-Empfehlungen zu; ich sammle diese und teile sie Anfang Januar allen mit.<\/p>\n<p>Eine herrliche Weihnachtszeit und den besten W\u00fcnschen f\u00fcr Gesundheit und Frieden einen guten Rutsch ins Neue Jahr!<\/p>\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nJens Clausen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8.Januar 2019 um 19:00h in der Kulturschmiede An der H\u00fctte 3 in Wuppertal-Cronenberg werden wir, so steht zu vermuten, \u00e4hnlich innige Gef\u00fchle gegen\u00fcber dem Dichter Franz Werfel entwickeln, wie das [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false,"ocean_post_layout":"","ocean_both_sidebars_style":"","ocean_both_sidebars_content_width":0,"ocean_both_sidebars_sidebars_width":0,"ocean_sidebar":"","ocean_second_sidebar":"","ocean_disable_margins":"enable","ocean_add_body_class":"","ocean_shortcode_before_top_bar":"","ocean_shortcode_after_top_bar":"","ocean_shortcode_before_header":"","ocean_shortcode_after_header":"","ocean_has_shortcode":"","ocean_shortcode_after_title":"","ocean_shortcode_before_footer_widgets":"","ocean_shortcode_after_footer_widgets":"","ocean_shortcode_before_footer_bottom":"","ocean_shortcode_after_footer_bottom":"","ocean_display_top_bar":"default","ocean_display_header":"default","ocean_header_style":"","ocean_center_header_left_menu":"","ocean_custom_header_template":"","ocean_custom_logo":0,"ocean_custom_retina_logo":0,"ocean_custom_logo_max_width":0,"ocean_custom_logo_tablet_max_width":0,"ocean_custom_logo_mobile_max_width":0,"ocean_custom_logo_max_height":0,"ocean_custom_logo_tablet_max_height":0,"ocean_custom_logo_mobile_max_height":0,"ocean_header_custom_menu":"","ocean_menu_typo_font_family":"","ocean_menu_typo_font_subset":"","ocean_menu_typo_font_size":0,"ocean_menu_typo_font_size_tablet":0,"ocean_menu_typo_font_size_mobile":0,"ocean_menu_typo_font_size_unit":"px","ocean_menu_typo_font_weight":"","ocean_menu_typo_font_weight_tablet":"","ocean_menu_typo_font_weight_mobile":"","ocean_menu_typo_transform":"","ocean_menu_typo_transform_tablet":"","ocean_menu_typo_transform_mobile":"","ocean_menu_typo_line_height":0,"ocean_menu_typo_line_height_tablet":0,"ocean_menu_typo_line_height_mobile":0,"ocean_menu_typo_line_height_unit":"","ocean_menu_typo_spacing":0,"ocean_menu_typo_spacing_tablet":0,"ocean_menu_typo_spacing_mobile":0,"ocean_menu_typo_spacing_unit":"","ocean_menu_link_color":"","ocean_menu_link_color_hover":"","ocean_menu_link_color_active":"","ocean_menu_link_background":"","ocean_menu_link_hover_background":"","ocean_menu_link_active_background":"","ocean_menu_social_links_bg":"","ocean_menu_social_hover_links_bg":"","ocean_menu_social_links_color":"","ocean_menu_social_hover_links_color":"","ocean_disable_title":"default","ocean_disable_heading":"default","ocean_post_title":"","ocean_post_subheading":"","ocean_post_title_style":"","ocean_post_title_background_color":"","ocean_post_title_background":0,"ocean_post_title_bg_image_position":"","ocean_post_title_bg_image_attachment":"","ocean_post_title_bg_image_repeat":"","ocean_post_title_bg_image_size":"","ocean_post_title_height":0,"ocean_post_title_bg_overlay":0.5,"ocean_post_title_bg_overlay_color":"","ocean_disable_breadcrumbs":"default","ocean_breadcrumbs_color":"","ocean_breadcrumbs_separator_color":"","ocean_breadcrumbs_links_color":"","ocean_breadcrumbs_links_hover_color":"","ocean_display_footer_widgets":"default","ocean_display_footer_bottom":"default","ocean_custom_footer_template":"","_tribe_events_status":"","_tribe_events_status_reason":"","footnotes":""},"tags":[],"tribe_events_cat":[],"class_list":["post-1326","tribe_events","type-tribe_events","status-publish","hentry","entry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/1326","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events"}],"about":[{"href":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/tribe_events"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events\/1326\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1326"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1326"},{"taxonomy":"tribe_events_cat","embeddable":true,"href":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tribe_events_cat?post=1326"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}