{"id":1511,"date":"2019-02-25T12:21:09","date_gmt":"2019-02-25T11:21:09","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturschmiede-ev.de\/?post_type=tribe_events&#038;p=1511"},"modified":"2019-02-25T12:22:47","modified_gmt":"2019-02-25T11:22:47","slug":"der-ausflug-der-toten-maedchen-von-anna-segher","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/event\/der-ausflug-der-toten-maedchen-von-anna-segher\/","title":{"rendered":"Literaturcaf\u00e9 \u201eDer Ausflug der toten M\u00e4dchen\u201c von Anna Segher"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Literaturfreundinnen und -freunde!<\/p>\n<p>Hiermit seid ihr ganz herzlich eingeladen, an unserem<\/p>\n<p>Literaturcaf\u00e9 am 12. M\u00e4rz 2019 um 19:00h in der Kulturschmiede in Cronenberg<\/p>\n<p>teilzunehmen.<\/p>\n<p>Wir haben uns vorgenommen, \u00fcber Anna Seghers zu sprechen. (9,99\u20ac)<\/p>\n<p>Erstens: Da ist zun\u00e4chst ihre fantastisch-realistische Erz\u00e4hlung \u201eDer Ausflug der toten M\u00e4dchen\u201c, im mexikanischen Exil voller Sehnsucht nach Vergegenw\u00e4rtigung der verlorenen Heimat 1944 verfasst.<\/p>\n<p>Auf einer Wanderung durch Mexiko erinnert sich Anna Seghers fast wie im Traum an einen Schulausflug im Jahr 1912 und an ihre Klassenkameradinnen Leni, Marianne, Lore, und Nora in einst gl\u00fccklichen Tagen. R\u00fcckblickend schildert sie deren Schicksale \u00fcber die Zeit des Ersten Weltkrieges bis zum Nazizeit. Tragische Schicksale \u00fcber Liebe, Freundschaft, Verrat, Grausamkeit, Heuchelei und Tod &#8211; ber\u00fchrend, bedr\u00fcckend, eindringlich.<br \/>\n\u201eAls versierte Erz\u00e4hlerin \u00fcberblendet Anna Seghers beinahe unmerklich, oft mitten in einem einzigen Satz, Vergangenheit und Gegenwart, Heimat und Exil. Sie taucht noch einmal ein in den Zauber der Jugendjahre, verdichtet die beiden Weltkriege zu einem einzigen katastrophalen Ereignis und gibt ihrem Entsetzen \u00fcber die Gegenwart des Dritten Reiches Ausdruck.\u201c\u00a0Holger Schlodder, NDR Kultur<\/p>\n<p>Sonja Hilzinger: \u201eDiese Erz\u00e4hlung gilt als eines der Meisterwerke deutschsprachiger Literatur.\u201c<\/p>\n<p>Zweitens: Zur Debatte steht auch Anna Seghers\u2018 kunstvoller Roman \u201eTransit\u201c, den sie in den Jahren 1941 und 1942 in Mexiko schrieb und der nicht nur der vielleicht bedeutendste deutsche Exilroman ist, der die \u201etransit\u00e4re Existenz\u201c eines Heimatvertriebenen am Beispiel eines anonym bleibenden Erz\u00e4hlers, den es in die Hafenstadt Marseille verschlagen hat, beschreibt. Christian Petzold hat ihn als Vorlage f\u00fcr seinen vergangenes Jahr uraufgef\u00fchrten Film genommen und die Handlung in die Gegenwart versetzt. Diesen Film wollen wir am 2. April mit dem Erz\u00e4hltext vergleichen.<\/p>\n<p>(12,00\u20ac)<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlinge aus allen L\u00e4ndern Europas treffen 1940 zu Tausenden in Marseille ein. Sie hetzen nach Visa, Stempeln, Bescheinigungen, ohne die sie den Kontinent nicht verlassen k\u00f6nnen. Im Chaos der Stadt, in den Caf\u00e9s, auf der Jagd von Beh\u00f6rde zu Beh\u00f6rde kreuzen sich ihre Wege. Unter ihnen der Ich-Erz\u00e4hler, der eine schmerzliche Liebe zu der Frau durchlebt, die rastlos ihren Mann sucht, an dessen Tod sie nicht glauben will. Mit falschen Papieren und &#8211; durch Zufall &#8211; mit der Hinterlassenschaft jenes Toten ausgestattet, erh\u00e4lt er durch gl\u00fcckliche Umst\u00e4nde eine Passage nach \u00dcbersee. Doch er gibt sie zur\u00fcck. Auf ihrer eigenen Odyssee von Marseille nach Mexiko &#8211; unmittelbar unter dem Eindruck ihrer pers\u00f6nlichen Erlebnisse &#8211; begann Anna Seghers an diesem Roman zu arbeiten. Dennoch spiegelt er die Ereignisse nicht einfach wider, sondern ist ein Werk gro\u00dfer Kunst und K\u00fcnstlichkeit, voll Ironie, Spiel und scheinbarer Leichtigkeit. (Klappentext Aufbau Verlag)<\/p>\n<p>Christa Wolf:\u00a0\u203aTransit\u2039 geh\u00f6rt zu den B\u00fcchern, die in mein Leben eingreifen, an denen mein Leben weiterschreibt, so dass ich sie alle paar Jahre zur Hand nehmen muss, um zu sehen, was inzwischen mit mir und mit ihnen passiert ist.<\/p>\n<p>Hans-Albert Walter:\u00a0Bodenlos, der Roman&#8230; Ein Labyrinth. Ein Spiegelsaal. Ein Irrgarten. Angelegt mit der somnambulen Sicherheit, von der Heinrich B\u00f6ll gesprochen hat, Anna Seghers die kompositorische Meisterschaft attestierend&#8230;<\/p>\n<p>Sonja Hilzinger im Nachwort:\u00a0Der eine kann sich, w\u00e4hrend er seine Lebensgeschichte noch einmal durchdenkt und ordnet, seiner Identit\u00e4t vergewissern und eine Perspektive f\u00fcr sein weiteres Leben gewinnen, der andere kann, zuh\u00f6rend, teilhaben an der Erfahrung seines Gespr\u00e4chspartners, daraus Einsichten in eigene Probleme gewinnen und kann tr\u00f6sten und ermutigen. In dieser sozialen Funktion des Erz\u00e4hlens liegt seine Bedeutung in der fl\u00fcchtigen Transit-Welt. Sie erlaubt es, das Alleinsein zu \u00fcberwinden, Erfahrungen zu vermitteln und zu sich selber zu kommen.<\/p>\n<p>Ich freue mich auf eure Eindr\u00fccke!<\/p>\n<p>Jens Clausen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Literaturfreundinnen und -freunde! 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