{"id":3932,"date":"2022-07-24T08:33:37","date_gmt":"2022-07-24T06:33:37","guid":{"rendered":"http:\/\/kulturschmiede-ev.de\/?post_type=tribe_events&#038;p=3932"},"modified":"2022-07-24T08:40:44","modified_gmt":"2022-07-24T06:40:44","slug":"literaturcafe-35","status":"publish","type":"tribe_events","link":"https:\/\/kulturschmiede-ev.de\/index.php\/event\/literaturcafe-35\/","title":{"rendered":"Literaturcafe"},"content":{"rendered":"<p><em>Liebe Literaturbegeisterte!<\/em><\/p>\n<p>Darf ich euch f\u00fcr die kommenden zwei Monate zu einem Vergleich der Erz\u00e4hlerstimmen von zwei Romanen einladen?<\/p>\n<ol>\n<li>Termin:<strong> Dienstag, 9. August, 19:00h,<\/strong> Literaturcaf\u00e9 in der Kulturschmiede, An der H\u00fctte 3, 42349 W.-Cronenberg<\/li>\n<li>Termin: <strong>Dienstag, 6. September, 19:00h<\/strong>, dito.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zun\u00e4chst geht es, wie schon l\u00e4nger verabredet, um das neueste Buch \u201eDie Enkelin\u201c von Bernhard Schlink, geb. 1944, dem arrivierten Erz\u00e4hler, weltber\u00fchmt durch seinen Roman \u201eDer Vorleser\u201c und dessen Oskar-pr\u00e4mierten Verfilmung.<\/p>\n<p>(Diogenes, 25,00 \u20ac)<\/p>\n<p>Birgit ist zu Kaspar in den Westen geflohen, f\u00fcr die Liebe und die Freiheit. Erst nach ihrem Tod entdeckt er, welchen Preis sie daf\u00fcr bezahlt hat. Er sp\u00fcrt ihrem Geheimnis nach, begegnet im Osten den Menschen, die f\u00fcr sie z\u00e4hlten, erlebt ihre Bedr\u00fcckung und ihren Eigensinn. Seine Suche f\u00fchrt ihn zu einer v\u00f6lkischen Gemeinschaft auf dem Land \u2013 und zu einem jungen M\u00e4dchen, das in ihm den Gro\u00dfvater und in dem er die Enkelin sieht. Ihre Welten k\u00f6nnten nicht fremder sein. Er ringt um sie.<\/p>\n<p>Im September dann folgt der meisterhaft erz\u00e4hlte Roman der vierzigj\u00e4hrigen Autorin Ayelet Gundar-Goshen aus Israel, der deutsche Titel hei\u00dft: \u201eL\u00f6wen wecken\u201c.<\/p>\n<p>(Verlag Kein und Aber, 15,00 \u20ac)<\/p>\n<p>Ein Neurochirurg \u00fcberf\u00e4hrt einen illegalen Einwanderer. Es gibt keine Zeugen, und der Mann wird ohnehin sterben &#8211;<br \/>\nwarum also die Karriere gef\u00e4hrden und den Unfall melden? Doch tags darauf steht die Frau des Opfers vor der Haust\u00fcr des Arztes und macht ihm einen Vorschlag, der sein geordnetes Leben komplett aus der Bahn wirft.Wie h\u00e4tte man selbst in einer solchen Situation gehandelt? Diese Frage schwebt \u00fcber dem Roman, der die Grenzen zwischen Liebe und Hass, Schuld und Vergebung und Gut und B\u00f6se meisterhaft auslotet.<\/p>\n<p>Und hier jetzt die beiden \u201eGeschmacksproben\u201c in Form des jeweiligen ersten Abschnitt des Romans \u2013 Schlink beginnt im \u00fcppigen deutschen Sommer:<\/p>\n<p>Er kam nach Hause. Es war zehn; donnerstags schloss er die Buchhandlung erst um neun, und wenn er um halb zehn die Gitter vor den Schaufenstern und der Eingangst\u00fcr heruntergelassen hatte, nahm er den halbst\u00fcndigen Weg durch den Park, l\u00e4nger als durch die Stra\u00dfen, aber wohltuend nach dem langen Tag. Der Park war verwildert, die Rosenrabatte von Efeu \u00fcberwuchert, die Ligusterhecke nicht geschnitten. Aber es roch gut, nach Rhododendron oder Flieder, Linde oder G\u00f6tterbaum, gem\u00e4htem Gras oder nasser Erde. Er ging den Weg sommers wie winters, bei gutem wie bei schlechtem Wetter. Wenn er nach Hause kam, waren der \u00c4rger und die Sorgen des Tags von ihm abgefallen.<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Und Ayelet Gundar-Goshen entf\u00fchrt unsere Fantasie nach Israel in die hei\u00dfe W\u00fcste von Beer Sheva:<\/p>\n<p>Der Staub war \u00fcberall. Eine d\u00fcnne, wei\u00dfe Schicht, wie der Puderzucker auf einer Geburtstagstorte, die kein Mensch wollte. Er sammelte sich auf den Wedeln der Palmen, auf den erwachsenen B\u00e4umen, die von Lastwagen angekarrt und auf dem Hauptplatz in den Boden gesteckt worden waren, weil niemand jungen Setzlingen zutraute, in dieser Erde Wurzeln zu schlagen; er bedeckte die Wahlplakate, die drei Monate nach den Kommunalwahlen immer noch von den Balkonen der H\u00e4user baumelten: Glatzk\u00f6pfige, schnurrb\u00e4rtige M\u00e4nner sp\u00e4hen durch den Staub auf ihre potenziellen W\u00e4hler, einige mit kompetentem L\u00e4cheln, andere mit ernstem Blick, je nach Empfehlung des angeheuerten Medienberaters. Staub auf den Reklameschildern, Staub auf den Busstationen, Staub auf den Bougainvilleen, die schlapp vor Durst am Stra\u00dfenrand rankten, Staub \u00fcberall.<\/p>\n<p>Mal schauen, wie ihr die Lesereisen erlebt habt\u2026\u00a0F\u00fcr mich ist die Lekt\u00fcre dieser Erz\u00e4hlung der jungen Autorin ein ganz gro\u00dfes Ereignis!<\/p>\n<p>Es freut sich auf unsere n\u00e4chsten sommerlichen Treffen \u2013<\/p>\n<p><em>Euer Jens Clausen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Literaturbegeisterte! Darf ich euch f\u00fcr die kommenden zwei Monate zu einem Vergleich der Erz\u00e4hlerstimmen von zwei Romanen einladen? Termin: Dienstag, 9. 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