In Ahaus wurde heute gegen Atommüll-Transporte demonstriert und die Kulturschmiede war dabei.

Ahaus drohen noch in diesem Jahr neue Castor-Transporte: aus dem Forschungsreaktor FRM II in Garching bei München und aus dem stillgelegten AVR in Jülich. Beide sind hochproblematisch: Bei den Brennelementen aus dem FRM II handelt es sich um hochangereichertes und damit waffenfähiges Material (87% U235); mehrfache Genehmigungsauflagen zur Umrüstung auf niedrig angereichertes Uran wurden von den Betreibern des FRM II ignoriert, ohne dass die bayrischen Aufsichtsbehörden eingeschritten sind. Während des Betriebs des AVR in Jülich haben mehrere gravierende Störfälle stattgefunden, die teilweise vertuscht worden sind. Niemand weiß, in welchem Zustand sich die radioaktiven Kugel-Brennelemente in den Behältern befinden, denn er wurde nicht ordnungsgemäß dokumentiert. Unfassbare Zustände!

1600 Menschen gingen für Ahaus und die Region auf die Straße zusammen mit
83 landwirtschaftlichen Treckern – diese Angaben sind von uns vor Ort verbindlich ermittelt worden.

 

Ein Klavier, ein Klavier ist eingeweiht … am 03. März 2019 um 11.00 Uhr

Wolfram Cramer zu Clausbruch ist der Kulturschmiede sehr verbunden und hat uns allen heute, am Karnevals-Sonntag die große Freude gemacht, das Klavier zum ersten Mal zu spielen. Seine Überraschung war groß und er sagte, dass so voll klingt wie ein Flügel mit langen Saiten – obwohl es so klein ist.
Jetzt ist das Klavier „freigegeben“ für Veranstaltungen aller Art und Weise.
Herzlich Willkommen !!

„Albatross“ Filmabend in der Kulturschmiede


Greenpeace Wuppertal hat den Film „Albatross“ in der Kulturschmiede gezeigt. Danke an das Team. Wir durften über das Leben der Albatrosse mit wunderbaren Bildern viel erfahren, jedoch auch über ihr Vertrauen, dass alles was auf den Meeren schwimmt zu ihrer Ernährung und der Aufzucht der Jungen dient. So füllen sie ihren Magen mit Plastikmüll wie Flaschendeckel, ganze Zahnbürsten und Folien usw. fliegen zu den Jungen, die alle am Ufer auf sie warten, öffnen den riesigen Schnabel und die Jungen ziehen sich den ganzen Müll heraus und schlucken alles hinunter. Dann verenden sie schmerzhaft und jämmerlich in unendlicher Qual.
Diese Bilder wird niemand vergessen beim weiteren Konsum.

 

„BRAND III“ Filmabend mit Susanne Fasbender


Die Künstlerin Susanne Fasbender bereiste das Rheinische Braunkohlenrevier und schuf ein mehrteiliges umfassendes Filmwerk, in dem sie die Zusammenhänge zwischen Rohstoffabbau, Landnahme, Wirtschaftswachstum und Klimakrise auf beeindruckende Weise analytisch zu fassen weiss.
Aus der Triologie haben wir nun den letzten Teil gesehen. Es ging um die Aktivisten, die seit mehr als 5 Jahren für die Rettung des Hambacher Forst einstehen und dort unter sehr eingeschränkten Lebensbedingungen Widerstand leisten. Danke an Susanne Fasbender, die danach für Fragen und Gedanken zur Verfügung stand.
Auf die Frage, ob das denn alles nicht nur nur eine Frage der Zeit wäre und dann von RWE „plattgemacht“ würde? Darauf berichtete ein Besucher, der in Sachen Umweltschutz seit vielen Jahren in der Welt unterwegs ist, dass er kürzlich auf einem Kongress in Australien gebeten wurde, zu berichten, wie wir das mit dem Kohleausstieg hinkriegen würden. Sie alle kannten die Aktionen im Hambacher Forst. Kohleexport deckt mehr als 60% des Haushaltes von Australien.

Cronenberger Hüttenzauber 2018 in der Kulturschmiede

O-Ton einer Besucherin der Kulturschmiede:

„Das war schon einfach klasse: neben der wunderschönen Wand-, Tisch- und Tafeldekoration gab es dazu noch die herrlichen Bastelsachen von Rosi. Das Frauenteam in der Küche war perfekt: ohne viele Worte lief alles Hand in Hand. Es wurden Waffeln an mehreren Eisen gebacken und dann zubereitet, Kaffee gekocht und ausgeschenkt, gespült und abgetrocknet, Bestellungen angenommen und ausgegeben, … – und dann wurde gelegentlich auch noch gescherzt.
Am späten Nachmittag war es so voll in der Kulturschmiede, dass Oliver es mit seinem Worten „Hölle, Hölle, Hölle“ (eigentlich ein Ausruf in einem Song von Wolfgang Petry 🙂 ) die Lage richtig beschrieb. So viele Besucher befanden sich in der Kulturschmiede. Es war so ‚brechend voll‘, dass man keinen Schritt mehr vor den anderen setzen konnte. Ein großartiges Event – der gesamte Hüttenzauber.“

Kiddies Day in der Kulturschmiede

Zukunftscampus Digitalisierung:
Kiddies Day in der Kulturschmiede am 17. November 2018 von 10 – 12 Uhr

Kann man sich Roboter in einem denkmalgeschützten, dörflich anmutenden Umfeld vorstellen? Man konnte! Kinder und Jugendliche waren eingeladen, am 17. November im historischen Ortskern von Wuppertal-Cronenberg, genauer gesagt in der Kulturschmiede, verschiedene Lern-, Spiel- und einen Serviceroboter zu testen. Schon vor Beginn der Veranstaltung waren ein paar junge Menschen anwesend, die zu dieser Zeit noch in Ruhe die ‘robots‘ bedienen konnten. Denn gegen 10 Uhr änderte sich das schlagartig: zahlreiche Kinder in Begleitung ihrer Eltern füllten den großen Raum der Kulturschmiede und die digitalen Spielgeräte wurden alle schnell in Beschlag genommen.

Rainer Becker von der Entrance GmbH in Wuppertal präsentierte an diesem Vormittag allen Besuchern digitale Spielzeuge, die per App und mittels KI (Künstliche Intelligenz) gesteuert werden können.

Das Unternehmen ENTRANCE – Gesellschaft für Künstliche Intelligenz und Robotik mbH wurde in diesem Jahr übrigens in der Kategorie “Jungunternehmen des Jahres“ mit dem Wuppertaler Wirtschaftspreis gekürt.

Eine digitale Carrerabahn von Anki Overdrive mit einer Fahrbahn aus dünnen, flexiblen Matten, die über Magnete zusammengehalten werden, war aufgebaut und spielbereit.
Die Kinder konnten den Fahrzeugen am Tablet per App eine Aufgabe zuweisen und eine Lösung abwarten, denn jedes Fahrzeug scannt die Fahrbahn 500 Mal in der Sekunde. Unterstützt von der KI bestimmen Sensoren und Algorithmen Position, Geschwindigkeit und Weg. Alle Positionen der mitfahrenden Fahrzeuge werden für jeden Mitspieler analysiert. Tausende von Möglichkeiten über vier Dimensionen hinweg sind möglich, und es wird jedem Mitspieler immer die bestmögliche Strategie geboten. Die KI ‘denkt‘ immer mehrere ‘Züge‘ im Voraus. Sobald der ‚Plan‘ steht, wird er umgesetzt. An diesem Vormittag sah man auch den einen oder anderen Vater hier begeistert mitspielen.

Einer der drei Roboter, die Rainer Becker auf dem Tisch platziert hatte, war Cozmo. Er ist ein Mini-Roboter, der ebenfalls von der Firma Anki hergestellt wird. Mit ihm können Kinder spielen und auch Programmieren lernen. Cozmo besitzt die High Level-Qualitäten eines Tamagotchis und das Potential einer sogenannten ‘Emotion Engine‘. Die Reaktionen dieses kleinen Roboters sind variabel. Die Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten, die er durch seine ‘Erlebnisse‘ in der Interaktion mit seinem ‘Besitzer‘ und den drei mitgelieferten Sensoren-Würfeln dazu lernt, sind vom Hersteller beabsichtigt. Er trainiert sein digitales ‘Gedächtnis‘ und setzt die Erfahrungswerte in positive oder negative Emotionen um, verhält sich in der weiteren Kommunikation entsprechend, wodurch er immer menschlicher erscheint. Mehr als 800 Emotionen kann Cozmo zeigen – in einer Kombination aus Bewegung, Sprache und Augenkontakt. Wenn er sich freut, zeigt er auch schon mal einen Wheelie. Er kann auch seinen Besitzer mit Hilfe seines kleinen Greifarms mit einem fistbump (Faustgruß) begrüßen und ihm auf die Hände springen. Ob diese Art der Kommunikation auch in der Kulturschmiede stattfand, könnten die jungen Besucher erzählen, die ihn testeten. In den Medien wird Cozmo als ‘Haustier der Zukunft‘ bezeichnet.

Ein Kamerad von Cozmo war Coji, ein kleiner Roboter für jüngere Kinder mit einfacher Programmierung. Er reagiert nicht nur auf Kippen, Schütteln und Stupsen, man kann ihn auch per App mit Hilfe von Emojis steuern. In der Kulturschmiede konnten die Kiddies mit ihm Spiele spielen, die das Erinnerungsvermögen, logisches Denken und Probleme innerhalb eines Spieles lösen. Schon Kindergartenkinder können mit Coji auf einfachste Weise Programmieren lernen.

Viel Aufmerksamkeit erhielt auch die ‘Leseeule‘, vorgestellt von Gerald Ram. Es handelt sich hierbei um ein intelligentes Vorlesegerät, das in der Lage ist, Kinderbücher vorzulesen, die ein Erwachsener vorher eingelesen hat. Die Sprache lässt sich sogar soweit verändern, dass sie wie eine Melodie klingt. Das Vorlesen in Fremdsprachen ist auch kein Problem, wenn die jeweilige Sprache vorher gespeichert wurde. So soll auch dem Kind beim Lernen von Fremdsprachen geholfen werden. Während des Workshops wurde diese Fähigkeit der digitalen Eule immer wieder ausprobiert: man hielt einen Finger auf ein Wort im Buch und die Eule sprach das Wort z. B. auf Englisch vor.

Die größte Attraktion dieses Vormittags war für die Neugierigen mit Sicherheit Pepper. Pepper ist ein humanoider Roboter, ein ‘companion robot‘, der darauf programmiert ist, Menschen und deren Mimik zu analysieren und auf diese Gefühlszustände zu reagieren. Er ist ein französisch-japanisches Gemeinschaftsprodukt. Schon sein kindliches Erscheinungsbild animierte die Gäste zur direkten Kontaktaufnahme. Pepper ist 1,20 m groß und noch vielseitiger als alle bislang hier vorgestellten Roboter. Das schlägt sich auch im Preis nieder, denn er kostet so viel wie ein neuer Kleinwagen. In der Kulturschmiede konnte man verschiedene Spiele mit ihm spielen – unter anderem ein Fragequiz, das auf dem Touchscreen seines Oberkörpers gezeigt wurde. Besonders spannend für die kleinen und großen Besucher war Peppers lustiges ‘Sich-Kaputt-Lachen‘ beim Streicheln seines Kopfes. Außerdem konnte man ihm Fragen stellen, die er lustig und locker beantwortete. Viele ließen sich gerne mit diesem außergewöhnlichen digitalen Kameraden fotografieren.
Der Workshop wurde mit Buchempfehlungen zu den Themen Digitalisierung und Robotik sowie mit Informationen zu Roboterethik abgerundet.

Andrea Bogner

„Urbane Transformation – die Kulturschmiede als e.V“

Der Vortrag von Matthias Wanner (Wuppertal Institut; TranZent) und Natali Langensiepen „Urbane Transformation – die Kulturschmiede als e.V“ am 23.Oktober in der Kulturschmiede war gut besucht und es wurde lebhaft diskutiert. Natali Langensiepen hat durch die Zusammenfassung ihrer Bachelorarbeit zur Kulturschmiede, das abstrakte Thema sehr anschaulich und auch in nachbarschaftsverträglicher  Sprache vom „Kopf auf die Füße“ gestellt. Transformation beginnt beim  Engagement von unten. Nicht man „sollte“ dies und jenes tun, sondern wir fangen einfach mal an, im unmittelbaren Umfeld gemeinschaftliche Aktivitäten durchzuführen. In der Kulturschmiede reicht das vom gemeinsanen Kaffeetrinken oder Festefeiern, über  eindrucksvolle Dokumentatarfilme zum Hambacher Forst bis hin zu  Liternaturkreisen und Vorträgen zur Banken- und Klimakrise.

Mathias Wanner hat außerordentliche spannende Befragungsergebnisse aus vier – sozial recht unterschiedlichen-  Stadtteilen von  Wuppertal (Arrenberg, Brill, Mirke und Wichlinghausen präsentiert, entlang von 12 Maßstäben („Dimensionen“), durch die man „Wohlstand“ und „Wohlstandstransformation“ in Wuppertal erfassen kann. Es war spannend zu sehen wie sich im Dreieck „ Ortsverbundenheit – Nachbarschaftsbeziehung – Engagement“ unterschiedliche Muster der aktiven Verbundenheit mit dem Ortsteil ergaben, die auch zu unterschiedlichem gesellschaftlichen Enagagement führen. Interessanterweise verbindet der Wunsch nach „Gemeinschaft“ alle Stadtteile. Die Arbeit von Mathias Wanner schafft handfeste Grundlagen, um vor Ort gesellschaftliches Wirken und  gemeinsames Verändern besser zu verstehen und zu ermutigen. Das ist der entscheidene „Unterbau“ ohne den die Beschwörung „unserer Demokratie“  zum  hohlen Pathos verkommt.

Wir müssen raus aus unsere Komfortzone. Alle vier Jahre einen Zettel in die Wahlurne zu werfen und dann zu hoffen, dass der „politische Dienstleistungsbetrieb“ in Berlin, Düsseldorf, in Wuppertal oder sonstwo die Dinge schon richtig regeln wird ist, hat sich als fatale Illusion erweisen. Spätestens jetzt, wo in der Welt Demagogen, Populisten, Milliardäre, Rassisten  durch Mehrheitswahl an die Macht kommen, wird deutlich, dass wir um den Inhalt von Demokratie („Volksherrschaft“) selbst kümmern müssen und für eine gemeinsame Vision eines wirklich guten und soliarischen Lebens für alle kämpfen müssen. Es gibt so viele Aktivitäten, die Sinn stiften, Menschen zusammenführen, Freude  bereiten und dabei die Welt zum besseren wenden können. Das meint Transformation im Großen und im Kleinen.
Peter Hennicke

Demonstanten ringen zäh um den Hambacher Forst und den Ausstieg aus dem Braunkohletageabbau

Einige aus der Kulturschmiede sind dabei.
Wir sind fest davon überzeugt, dass die Stimme des Bürgers sehr wichtig ist und auch gehört wird. Wir standen direkt an der Kante und haben tief in dieses riesige Loch geschaut, in diese riesige Wunde der Erde. Wir haben diese Giganten von Kohlebaggern direkt aus nächster Nähe gesehen. Wir waren nicht bei den 2000 Menschen, die einen der Bagger besetzt und stillgelegt haben, oder einen Tag und eine Nacht auf den Gleisen der Braunkohlebahn verbrachten, haben auch nicht im Camp gewohnt – aber wir waren da.

 

BRAND II der Filmtriologie von und mit Susanne Faßbender

Susanne Fasbender zeigte den zweiten Teil der Filmtrilogie Brand in der Kulturschmiede. In beeindruckenden Bildern gelang es der Autorin darin, die Perspektive der vom Braunkohletagebau betroffenen Menschen im Rheinischen Revier darzustellen und dabei sehr persönliche Einblicke in das tägliche Leben der zur Umsiedlung gezwungenen Familien zu gewinnen. So wurde deutlich, dass von den riesigen Baggern nicht nur ganze Landschaften, sondern auch intakte Dorfgemeinschaften zerstört und nicht nur Bäume, sondern auch Menschen entwurzelt werden. Eine bizarre Schönheit der Zerstörung und des Verfalls kennzeichnen den Film ebenso wie die tiefen Einblicke in die Ohnmacht der örtlichen Entscheidungsträger gegenüber den Konzerninteressen von RWE. Dabei zeigt Fasbender, wie der Energieriese skrupellos seine Interessen im Sinne der Profitmaximierung durchsetzt und die Bedürfnisse der Menschen mit Füßen tritt. So wurden beispielsweise von RWE Bewohner ausgespitzelt, Nachbarn gegeneinander ausgespielt, Informationen gesammelt und Dossiers angelegt, um Entschädigungen möglichst gering zu halten, was existenzbedrohlichen Folgen für Betroffene hatte. 
In der anschließenden Diskussion wurde über Instrumente des Klimaschutzes, wie den Emissionshandel sowie die Macht und Gier der Konzerne gesprochen. Ein Zuschauer meinte, dass das menschenverachtende Vorgehen von RWE an Stasimethoden erinnere. 

Beitrag: Oliver Wagner